Wenn man Belohnung erwartet, ist man immer unterbezahlt

Wenn man Belohnung erwartet, ist man immer unterbezahlt

Warum dich Ergebnisse nie glücklich machen werden

Wenn man etwas nur tut, um am Ende eine Belohnung zu erhalten, steht man oft da mit hundertprozentiger Investition und nur zehn Prozent Ertrag. Das Ergebnis freut einen nicht. Die Mühe war es scheinbar nie wert. Die Hände sinken, man hat keine Lust mehr, irgendetwas zu tun. Und wenn das immer wieder passiert, verschwindet irgendwann jede Motivation. Man will nichts mehr, man möchte nichts mehr erreichen.

Die Kräfte sind erschöpft, und auf alles, was man geschafft hat, schaut man mit einer gewissen Gleichgültigkeit. So viel Energie hineingesteckt und am Ende fühlt es sich an wie ein Trostpreis. Man fragt sich, wo der Sinn darin liegt. Gleichzeitig wundert man sich, wie andere so viel wollen, so viel tun und so viel bekommen, während einem selbst alles nur mit Mühe gelingt und am Ende nichts wirklich erfüllt.

Dabei liegt die Wahrheit oft ganz woanders. Man darf lernen, sich an dem Weg zu erfreuen, nicht nur am Ergebnis. Es geht darum, das Tun selbst zu lieben. Nicht das fertige Kleid, sondern das Nähen. Nicht die Ohrringe, sondern das Auffädeln der Perlen. Nicht das fertige Haus oder die Sauna, sondern das Erschaffen von etwas Neuem. Nicht nur den verkauften Kurs und das Geld, sondern den Prozess des Entwickelns, Gestaltens und Erschaffens. Selbst im Büro kann man Freude daran finden, Dokumente zu ordnen, Strukturen zu schaffen, mit Menschen zu sprechen, anstatt nur auf das Gehalt für abgesessene Stunden zu warten.

In dem Moment verändert sich alles. Plötzlich bekommt man nicht mehr nur zehn Prozent zurück, sondern gefühlt hundertzehn Prozent. Denn hundert Prozent der Freude entstehen bereits während des Tuns. Das Ergebnis wird zu einem kleinen Bonus, etwas Leichtem, etwas, das einfach dazugehört.

Wenn wir arbeiten und dabei wirklich erfüllt sind, passiert etwas sehr Spannendes in unserem Körper. Während des Tuns entsteht vor allem Dopamin, das uns antreibt, uns motiviert und uns das Gefühl gibt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gleichzeitig kann auch Serotonin entstehen, dieses ruhige Gefühl von Zufriedenheit und innerer Stabilität. Genau deshalb fühlt sich erfüllte Arbeit leicht an, selbst wenn sie anstrengend ist. Am Ende, wenn wir ein Ergebnis sehen oder eine Belohnung bekommen, kommt nochmal ein Dopamin-Schub dazu.

Doch wenn uns die Arbeit selbst keine Freude gemacht hat, fehlt ein ganz entscheidender Teil. Dann haben wir zwar am Ende diesen kurzen Moment der Belohnung, aber er fühlt sich leer an, weil der gesamte Weg dahin ohne echtes inneres Erleben war. Das eine Hormon allein reicht nicht aus. Erst die Kombination aus erfülltem Tun und sichtbarem Ergebnis erzeugt ein echtes Gefühl von Glück. Deshalb ist es so wichtig, nicht nur für das Ergebnis zu arbeiten, sondern den Prozess selbst so zu gestalten, dass er uns erfüllt.

Und dann gibt es noch einen weiteren Punkt, über den ich immer wieder stolpere. Viele Menschen fragen, warum man für kreative Arbeit Geld verlangt. Warum ein Kurs etwas kostet, wenn es doch so viele kostenlose Inhalte gibt. Man könne doch alles auf YouTube lernen, warum also bezahlen?

Aber genau diese Denkweise ist widersprüchlich. Niemand erwartet, kostenlos zu wohnen, nur weil man sich einfach in eine Wohnung setzt. Niemand sagt, Wasser sollte nichts kosten, nur weil es aus dem Hahn fließt. Niemand stellt infrage, warum Strom bezahlt werden muss, obwohl er einfach aus der Steckdose kommt. Für alles zahlen wir selbstverständlich, weil wir wissen, dass dahinter Arbeit, Infrastruktur, Zeit und Energie stehen.

Warum also sollte kreative Arbeit nichts wert sein?

Wer so denkt, liebt oft die eigene Arbeit nicht wirklich oder hat nie gelernt, ihren Wert zu erkennen. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die ihre Arbeit lieben und sie dennoch nicht verschenken. Mein Mann zum Beispiel liebt seinen Beruf als Elektriker. Trotzdem arbeitet er nicht umsonst. Liebe zur Arbeit bedeutet nicht, dass sie keinen Wert hat. Im Gegenteil.

Denn auch eine geliebte Tätigkeit kostet Kraft, Zeit und Energie. Sie fordert dich, sie erschöpft dich manchmal, und sie braucht Raum in deinem Leben. Und auch dein Leben kostet Geld. Rechnungen müssen bezahlt werden, Zeit muss investiert werden, Energie muss aufgebracht werden.

Deshalb ist es kein Widerspruch, etwas mit Freude zu tun und gleichzeitig dafür bezahlt zu werden. Es ist eine natürliche Balance.

Wenn du beginnst, den Weg zu lieben, entsteht Erfüllung. Und wenn du gleichzeitig deinen eigenen Wert erkennst, entsteht Stabilität. Genau dort beginnt ein Leben, das nicht nur funktioniert, sondern sich auch wirklich richtig anfühlt.

Wenn du tiefer verstehen möchtest, was genau in dir passiert und warum manche Dinge dich erfüllen und andere nicht, dann lohnt sich ein genauer Blick auf diese Prozesse. Im nächsten Beitrag schauen wir uns die einzelnen Glückshormone ganz konkret an, wann sie entstehen und wie du sie bewusst in dein Leben einladen kannst. Du wirst dabei nicht nur Neues entdecken, sondern auch verstehen, wie ein wirklich glückliches und erfülltes Leben entsteht.

👉 Wie du diese Prozesse gezielt für dich nutzen kannst, erfährst du im Beitrag „Glückshormone kreativ aktivieren“.

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